Seefahrt, Seefahrtserlebnisse, alles rund um die Seefahrt, Dieters Seefahrerzeit

Seebaer Dieter

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Seebaer Dieters Rückblende




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Mein Leben zurückblickend aus heutiger Sicht:


Bist Du wie Seewolf in 1945 geboren, im sogenannten Nachkriegsdeutschland aufgewachsen … ?
Wie hast Du bloss überlebt?



1.- Man war froh, gesättigt abends einschlafen zu können.

2.- Der Hunger war Allgegenwärtig.

3.- Die Gitterbetten und Spielzeuge waren aus Holz, bunt oder zumindest

mit bleihältigen oder anderweitig giftigen oder bedenklichen Lacken gestrichen.


4.- Es gab keine Kindersicherungen an Steckdosen, oder sonstige Schutzvorrichtungen.

Arzneiflaschen und chemischen Haushaltsreiniger waren immer in Reichweite.


5.- Man konnte ohne Helm Fahrradfahren und dann noch auf Opas Rad durch die Lenkstange strampeln, das ging selten ohne Blessuren ab.


6.- Man trank aus dem Gartenschlauch oder sonstigen

Quellen und nicht Mineralwasser aus sterilen Flaschen. Schwimmen lernten wir im Dorfbach, von dem man mehr Wasser geschluckt hat, als drin war.


7.- Wir bauten Seifenkisten- und diejenigen, die das Glück hatten, an einer abschüssigen Asphaltstrasse zu wohnen, konnten versuchen Geschwindigkeitsrekorde



aufzustellen und eventuell auf halbem Weg feststellen, dass man an der Bremse gespart hatte.

Nach einigen Unfällen war auch meistens dieses Problem gelöst !.



8.- Man durfte zum Spielen draußen bleiben bis es Dunkel wurde und nicht länger. Jeder kannte den Pfiff seines jeweiligen Vaters und der erklang nur einmal.


9.- Die Schule dauerte bis Mittag, man kam zum Mittagessen nach Hause und wenn es Schläge vom Lehrer gab, durfte man dies zuhause Niemand erzählen, sonst gab's noch was.


10.- Wir hatten Schürfwunden gebrochene Knochen ,

auch eingeschlagene Zähne aber niemals wurde jemand deswegen verklagt

- auch wenn eine kleine Rauferei im Spiel war.

Niemand hatte Schuld - nur wir selbst.
Im Sommer war die Standardkleidung - Lederhose und Barfuß bis September. Die Kniescheiben waren von Stürzen ständig offen oder verkrustet.



11.- Wir konnten Süssigkeiten verdrücken und Butterbrote ,

Getränke mit richtigem Zucker trinken und niemals hatten

wir Gewichtsprobleme - weil wir immer draussen spielten und aktiv waren ...
Ein Brot mit Butter und Nüssen drauf war eine Delikatesse.


12.- Da jeder noch Ländereien hatte, wo Gemüse und Obst angebaut wurde, hat Vater selber Apfelmost gemacht, den wir mit saurem Sprudel gemischt hatten, hat geschmeckt wie Sekt.


13.- Wir hatten keine moderne Hightech-Elektronik, sondern waren froh, irgendwo Schwarzweiß-Fernsehen gucken zu können und echte Freunde.


14.- Wir konnten raus , zu Fuss oder mit dem Fahrrad Freunde

besuchen auch wenn sie mehrere km weit entfernt wohnten,

anklopfen oder einfach ohne anzuklopfen ins Haus gehen

und ihn zum Spielen abholen.


15.- Ja draussen, in der grausamen Welt! Ganz ohne Aufpasser!

Wie war das nur möglich?. Wir spielten Fussball auf ein Tor und Barfuß, Fussballschuhe waren Luxus

und wenn mal einer nicht in die "Selektion" aufgenommen wurde,


gab's kein psychisches Trauma und keinen Weltuntergang.



16.- Einige Schüler waren vielleicht nicht so gut wie andere,

und wenn sie sitzenblieben, musste das Jahr wiederholt werden.


Niemand wurde deswegen zum Psychologen, oder Psychopädagogen geschickt.

Niemand hatte Dislexia, Konzentrationsprobleme oder war Hyperaktiv,

es wurde einfach das Jahr wiederholt und jeder bekam seine Chance.


17.- Wir hatten Freiheit , Rückschläge

, Erfolge , Aufgaben

...und lernten damit umzugehen.

18.- Um den Mädchen zu imponieren, gab's die Mutprobe - " wer pinkelt auf einen elektrischen Weidezaun...????" Wer's machte, war ein Held.


Die Preisfrage ist nur: wie schafften wir's all dies zu überleben???

Und vor allem, wie konnten wir nur unsere Persönlichkeiten entfalten.

Stammst Du auch aus dieser Generation?

Wenn ja, dann erzähle dieses an Deine gleichaltrigen Freunde

oder auch Kinder, Nichten und Neffen - damit sie sehen, wie's "damals" war............!!!!!!


Sicher wirst Du sagen, wir lebten langweilig - aber -
Mann, waren wir glücklich!!!!!! oder????

Fazit: Das Leben ist wie Ebbe und Flut und am Ende seines Daseins weiß man erst, auf welcher Plattform man sich befand. Wichtig ist, dass man positiv zurückblicken kann und das kann ich.




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