Seefahrt, Seefahrtserlebnisse, alles rund um die Seefahrt, Dieters Seefahrerzeit
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Seebaer Dieters Rückblende
Hier meine seemännische Laufbahn von Anfang bis Ende:
Damit ihr wisst, wie ich zur Seefahrt kam, hier eine autobiografische Betrachtung. Schon seit früherer Jugend trieb mich das Fernweh und da ich immer hart zu mir selber und andere selten geschont habe, zog es mich zum Beruf, "Seemann". Weicheier, Mamasöhnchen und Warmduscher, die sich durch einen laschen Händedruck zu erkennen gaben, waren mir ein Gräuel.
Für mich war die harte Männerwelt, die ich bei der Seefahrt vorfinden würde, eine Herausforderung, zu der ich mich prädestiniert fühlte.
Anfang 1961, also im März, zog es mich an die Küste, wo ich mich an der Mosesfabrik (Schiffsjungenschule) in Hamburg-Finkenwerder für den Beruf, Seemann, bewarb. Die Ausbildung dauerte 3-Monate, dann durfte ich zum ersten Male Schiffsplanken betreten und zwar auf einem Küstenmotorschiff (Kümo). Die Fahrt ging regelmäßig durch die Nord- und Ostsee, nach England, Schweden, Dänemark und Polen.
Hier meine seemännische Laufbahn von Anfang bis Ende:
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Die Kollegen an Bord schwärmten von der großen Fahrt, wo man mehr erleben konnte, das hat mich neugierig gemacht und ich bewarb mich im Hamburger Heuerbüro bei Max Timm, eine echte Legende, für ein Schiff in die Tropen. Viele haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ins Seefahrtsbuch einen Geldschein legen sollte, das würde die Chance auf ein gutes Schiff erhöhen. Aber als Moses hatte ich nicht so viel Geld und so legte ich einen 20-Mark Geldschein ins Seefahrtsbuch.
Was meint ihr, was dann passierte..??? Max Timm schmiss mir das Seefahrtsbuch an den Kopf, mit dem Argument, er lässt sich nicht bestechen, wwwooooooo.
Was habe ich falsch gemacht...????
Ich wurde dann von anderen Seeleuten darauf hingewiesen, ich sollte doch einen 50-Mark Schein ins Buch legen und siehe da, ich hatte ein Schiff und das ging gleich nach New Orleans/USA.
Ich habe sehr bald gemerkt, dass bei der Seefahrt andere Gesetze herrschten, denen ich mich anpassen mußte, um zu überleben. Das fing schon in Hamburg an, als ich das Schiff betrat und mich vorstellte. Da ich aus dem Badischen kam und das Dialekt eine Bürde darstellte, wurde ich gleich vom Kapitän darauf aufmerksam gemacht, dass ich auf einem deutschen Schiff fahre und nicht auf einem Italienischen.
Während in den 60er-Jahren die Jugend gegen alles Autoritäre rebellierte, herrschte bei der Seefahrt das Gesetz:"one man, one vote." Das hieß ganz einfach, was der Kapitän sagte, galt als Gottes Wort und war daher Gesetz, wer sich dem widersetzte, hatte schlechte Karten und musste die Konsequenzen ziehen, ohne Wenn und Aber.
Wer auf See sich befindet, der ist in Gottes Hand. Diese Wortfindung beruht darauf und das habe ich am eigenen Körper spüren müssen. Ich hatte einige Stürme und die waren nicht ohne, erleben dürfen. In früheren Jahren wurde ein Teil der Ladung an Deck verstaut. Durch das ständige Stampfen des Schiffes in schwerer See, hatte sich ein Teil der Ladung manchmal gelöst und stellte eine permanente Gefahr für Schiff und Besatzung da. Wir mussten bei dieser Gefahrensituation oft an Deck unter höchster Lebensgefahr, da hing manchmal das Leben an einem seidenen Faden, denn die Decksladung musste unter Zeitdruck festgezurrt bzw. mit Ketten und Drahtseile gesichert werden. Diese Momente, die vergisst man sein ganzes Leben nie.
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Warum man zu der Handelsmarine christliche Seefahrt sagte, das weiß ich auch nicht. Wir hatten und nur aus einer Not heraus, weil die Amis mit ihrem harten US-Dollar zu damaliger Zeit die Preise in den Häfen in die Höhe getrieben haben, aus der Schmuggelei eine Tugend gemacht. Wir hatten, weil der Schnaps und die Zigaretten zollfrei an Bord zu bekommen waren, geschmuggelt wie die Weltmeister.
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Nach einer 3-jährigen Fahrtzeit auf verschiedenen Schiffen und Fahrtzielen, habe ich auf der Seemannschule in Lübeck-Travemünde, am Priwall, ganz in der Nähe des Liegeplatzes der Passat, dem Schwesterschiff der ehemaligen, "Pamir", meine Matrosenprüfung mit Zertifikaten, Feuerschutzmann und Rettungsbootsmann auf Seeschiffen abgelegt.
Dann stieg ich auf einem Passagierschiff des Schwedischen LLoyd, der "Gösta Berling" ein. Die anderen Schiffe möchte ich unten alle aufzählen und so wie ich noch Bilder habe, auch präsentieren,
Aber erst noch möchte ich erklären, warum ich der Seefahrt adios sagte:
Anfang der 70er-Jahre beschloß der Verband Deutscher Reeder das zweite Schiffsregister einzuführen. Weil die Heuern und die strengen Sicherheitsstandards des Germanischen LLoyd, eine Art Schiffs-TÜV die Reedereien zum Sparen zwang, weil Billigflaggenländer die Frachtraten drückten, wurden Deutsche Seeschiffe umgeflaggt.
Dieser Situation wollte ich mich nicht anschließen und so sagte der Dieter:"Bleib an Land und nähre dich redlich."
Abschied nehmen ist immer ein bisschen sterben, aber auch immer ein Neuanfang
Die Schiffstypen, auf denen ich jeweils gefahren bin und ihre Routen, möchte ich hier kurz vorstellen:
Gösta Berling: Schwedisches Passagierschiff, Fahrziel: Der
Mittelmeerraum und Karibik.
Fiona: Erzfrachter der Deutschen See-Reederei Thyssen
Fahrziele: Norwegen, Liberia und Sierra Leone in
Westafrka.
Algol und Alvega: Zwei Panama-Tanker der Navcot-Reederei
mit Sitz in New-York und Monte Carlo.
Fahrziele: Persischer Golf, Süd-und Nord Amerika, Nigaragua,
Honduras, El Salvador, Guatemala.
Nordland: Stückgutfrachter der Deutschen Reederei,
Mackprang jr.". Fahrziele: Nord-Amerika, Kanada,
Ost- und Süd-Afrika.
Rabat: Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffreederei
Fahrziele: Nordafrika, Russland (Schwarzes Meer)
Pekari: Deutsche Reederei Laeisz, Kühlschiff für den
Transport von Bananen.
Fahrziel: Kolumbien, Ecuador, Costa Rica.
Esso Essen, Esso Frankfurt, Esso Bayern: Deutsche
Esso Tankschiffreederei in Hamburg.
Fahrziel: Norwegen, Libyen, Persischer Golf, Indien (Bombay),
Australien, Süd-Amerika, Nord-Amerika.
Indio: Atlantik Reederei in Hamburg.
Fahrziel: Mittelmeerraum und Nord- und Ostsee.
Simon von Utrecht: Hanseatische Reederei in Hamburg.
Fahrziel: Kanada Westküste, Hawaii und Mexiko Westküste.
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Die Schiffe der Bundesmarine mit den jeweiligen
Fahrzielen:
Grundlehrgang in Glückstadt (Unterelbe), Gastenlehrgang,
seemännische Laufbahn auf "Tender Neckar" des 7.
Schnellbootgeschwader in Kiel. Dann Bordkommando auf
"Fregatte Lübeck", in Wilhelmshafen und Kiel.
Fahrziel: Nord-Ostsee, Mittelmeer, England, Frankreich,
Portugal und Nordamerikanische Häfen. Die Fregatte
Lübeck gehörte der Nato-Einsatzgruppe an, das hieß,
wir waren ständig im Alarmzustand.
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