Seefahrt, Seefahrtserlebnisse, alles rund um die Seefahrt, Dieters Seefahrerzeit
Hauptmenü
Seebaer Dieters Rückblende
|
|
Seefahrt !
Wie viele Gedanken begleiteten mich, hin, her, während meiner Seefahrtszeit!
Manchmal gleichen auf See die Zeiten ohne Widerkehr..
Wenn Schiffe verschollen geblieben, untergegangen sind, fragt niemand mehr: Welcher Wunsch hat der Seemann in seinem Herzen getragen?
Was ist's, was die Schiffe meistert, durch die Möglichkeiten sie leitet?
Der Mut, der den Weltblick begeistert, Rauleben, das Kleinblicke weitet.
Mit Ehrlichkeit durch Gefahr - vielleicht ist das Morgen nicht mehr, doch Seefahrt, wie vordem sie war, war wunderbar, roch nach Gewürzen,Teer und Abenteuer.....!!!!!!!!!
Seefahrt, wie sie einmal war, wird es nie mehr geben.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der beste Freund.
In Liverpool brachte jemand heimlich einen jungen, noch kleinen, schwarzen Hund mit an Bord. Versteckt und verstohlen unter seinem Pullover schmuggelte er das Tier an der Gangwaywache vorbei. Den hielten sie versteckt, bis das Schiff auf hoher See war und stellten damit den Kapitän vor ein faite a' complie. Über Bord werfen durfte er das Tier ja nicht. Und so wurde Blacky unser allerseits geliebtes Maskottchen. Blacky hiess er schon wegen seines rabenschwarzen Fells. Einer bestimmten Rasse war er auch nicht zuteilbar, eine gutgelungene Promenadenmischung also. Aber er war ein freundlicher und gutmütiger Kerl und holte sich in der Kombüse so manches gute Stück Fleisch. Am liebsten hielt er sich aber in der Mannschaftsmesse auf. Die gaben ihm Bier zu saufen und Spiegeleier zu fressen. Hatte er sein Bäuchlein voll, dann legte er sich zufrieden unter einen der Tische und verdöste glücklich den Rest des Tages. Der Hund nahm aber ganz eindeutig Partei für die jungen Deutschen unter der Besatzung, bei den anderen Besatzungsmitgliedern, Spaniern, Jugos, oder etwa den Farbigen hatte er nichts zu suchen, oder genoß deren Sympathie. Dem Hund war das wohl völlig gleichgültig. Für ihn war wohl Hauptsache, seine tägliche Bier und Eierration zu erhalten. Ich mochte das drollige Kerlchen, denn wenigstens er war nicht parteiisch, einversüchtig oder gar voreingenommen!
Aber irgendwann und irgendwo muss uns Blacky verlassen haben in einem Hafen oder gar vorher auf See..????
Auf einmal war er einfach nicht mehr da. Niemand hatte etwas von ihm gesehen oder gehört. Niemand wusste, wie immer auf dem Schiff so üblich, nichts - noch weder hatte jemand etwas von ihm gesehen.
Hatte ihn etwa.............aber das darf doch wohl nicht wahr sein, oder...??????
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Schwarzfahrer?
Manchmal kommen Tiere, vor allem Katzen und Hunde freiwillig und von selbst an Bord und verlassen das Schiff in einem anderen Hafen wieder.
So kam eines Tages in Cristobal/Panama-Kanalzone ein kohlrabenschwarzer Kater an Bord. Wo die Küche ist, hat er wohl sofort herausgekriegt. Und wer von der Mannschaft ihm die besten Brocken verschaffte ebenso schnell. Das Tier war unglaublich zutraulich aber zugleich auch sehr vorsichtig. Der merkte sofort, wer ihm gut gesinnt war und von wem er sich in acht nehmen musste. In der Nähe des Bootsmannes sahe man ihn nie! Auch nicht auf der Brücke. Er fuhr eine Zeitlang mit uns, um dann in irgend einem anderen südamerikanischen Hafen "abzumustern."
Auch Möven waren unsere ständigen Begleiter. Unermüdlich flogen sie hinter dem Schiff her. Sie schafften es spielend, von Europa nach Amerika mitzufliegen. Nur des Nachts ruhten sie sich wahrscheinlich auf den Masten und Antennen aus. Nie habe ich Tagsüber eine Möve sich ausruhen sehen. Was oft vorkam war, dass Zugvögel unser Schiff als Ausruhestation benutzten. Das kam dann aber sehr auf die Fahrtroute drauf an. Das Schiff musste also in etwa die gleiche Strecke fahren, wie die Vögel.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Postboje ?
Es war zu meiner "Bananenjägerzeit" in den "Mittsechzigern" auf der MS Pekari der Reederei Laeisz, Hamburg. Von Hamburg ausgehend, auf dem Weg nach Guajaquil in Ecuador, erzählten mir die Maaten, die Story von der "POSTBOJE....", was immer das auch bedeuten mochte. Jeder "Neue" machte sich erstmal seinen Kopp darüber. Natürlich glaubte ich nicht wirklich daran - "an einen Briefkasten auf hoher See....." Dennoch war man echt gespannt, je näher die Azoreninseln in Sichtweite kamen, was das wohl werden sollte. Also schrieb auch ich erwartungsfroh meine Zeilen. Auch mein Brief wurde mit einem"Kartoffelstempelabdruck" versehen. Der Koch kam mit 'ner grossen, leeren Kaffeedose, die vollgepackt mit unseren Briefen, Rauchwaren und 'nen paar Buddels vom Feinsten fest und wasserdicht verschweißt wurde und darauf wartete, befördert zu werden. Wir erreichten am späten Nachmittag die Nähe der Azoren, doch von der "Postboje" oder etwaigem Postschiff oder ähnlichem Gefährt war weit und breit nichts zu sehen......Der Smut kam freudestrahlend mit der Dose im Arm an Deck geturnt - und schwupps flog die Kaffeedose im hohen Bogen über die Reling. Dann stellte er auch noch tollkühn und dreist die Behauptung auf:"Haste den Briefkasten denn nicht gesehen?" *grins* Nanu dachte ich bei mir, spinnen die hier jetzt schon, die Hitze kommt doch noch, oder was...Naja, die Tage vergingen, man hatte auch diesen Spaß längst abgehakt - nur auf der Rückreise kam es einen irgendwie wieder in Erinnerung: Die Postboje, die tolle Kaffeedose - und der schöne Inhalt....Nach ca. vier Wochen liefen wir Hamburg an - und was soll ich Euch sagen: Mein Brief aus der Kaffeedose stand mit Briefmarke und echtem Poststempel stolz auf meinem Kabinentisch! Das Geheimnis der Postboje waren - "die für uns nicht sichtbaren portugiesischen Fischersleut!" Sie fischten die Dose aus dem Meer, aaahhhhhaaaaa - und deshalb der Inhalt "nicht Salz und leer", sondern Cigarettes and Whiskey and Cheerio! Nun mag sich jeder seinen Teil denken, doch die Postboje klappte doch, so oder so...Und diesen Briefumschlag hege und pflege ich auch heute noch wie alle anderen Souveniers.
??????....??
Seefahrtserlebnisse, die man nie mehr vergisst.
So lang ist es her...1965 in Bombay.
Da sah ich sie, ein ausgehungertes, liebes Geschöpf.
Ich weiß nicht mehr wie es kam, dieses kleine Mädchen stand plötzlich vor mir.
Ich hatte sie erst nicht gesehen,sie war trotz Lumpen und Dreck ein Bild des Jammerns und das mich zum fotografieren animierte.
Ich beugte mich runter zu ihr und fragte sie leise, deutete auf meine Kamera,ob ich sie fotografieren dürfte.
Sie sah mich verständnislos an,wußte nicht was ich wollte,ich in meine Tasche gegriffen,ein paar Rupies, Dollars, DM raus..und ihr in die Händchen gegeben.
Sie hat dann wohl geschnallt*smile*um was es ging ..und ist stehengeblieben.
Kein Lächeln, fragend, ganz ernst..guckte sie mich an.
Ich hab einmal auf meinen Auslöser gedrückt...dann konnte ich nicht mehr.
Noch einmal sah sie mich fragend an,ich sagte irgendwie, thank you, mit Tränen in den Augen und sie rannte schnell wie der Blitz um die nächste Ecke...bestimmt ängstlich darauf bedacht, das sie bloß ihren Schatz nicht verlor..
Ich glaube sie hatte vorher noch nie that's much Money gesehen.
Ich mußte immer wieder an die Kleine denken,bei jedem Besuch in Bombay in die Altstadt geguckt.
Ich hab sie nicht wiedergesehen aber ihr Bild hab ich noch.
Manchesmal kommen die Erinnerungen ganz stark hoch und ich frage mich, was ist nur aus ihr geworden...???
??????....
--------------------------------------------------------------------------------------------
Meine härteste Fahrt auf dem Panama-Tanker, "Algol."
Die Besatzung auf diesem Schiff war die härteste und brutalste, die ich in meiner gesamten Seefahrtszeit erlebt hatte. Die Laune und Moral der Besatzung hatte sich in der Zeit, wo wir ununterbrochen in tropischen Gewässern fuhren, auf Wildwest-Niveau etabliert. Wir fuhren über 6-Monate mit Asphalt, der mit 200° Celsius erhitzt werden musste, von Aruba, (Niederländisch Antillen) nach El Salvador, Guatemala, Honduras, Nigaracua und nach Mexiko. Wenn wir in einem Hafen festmachten, wurden die Flaggen des Ortes immer auf Halbmast gesetzt. Schlägereien, Messerstechereien waren im Hafenviertel gang und gebe.
Der Kapitän musste, um vollzählig auslaufen zu können, immer die Hälfte der Besatzung aus dem Knast auslösen.
Einmal kam es mit dem Bäcker und dem zweiten Steward zu einem lautstarken Disput auf das der Alte in seinem Salon aufmerksam wurde. Er rief mich zu sich und wollte wissen, was geschehen sei..? Na, das wurde ja auch wirklich Zeit! Ich versuchte ihm die explosive und spannungsgeladene Situation zu erklären. Seine Antwort und einziger Kommentar dazu war: Schon gut, machen sie nur weiter so. Nun, so stand ich also alleine da. Dabei hätte der Mann in der Funktion eines Kapitäns doch die Pflicht gehabt, wengstens an Bord für Frieden und Ordnung zu sorgen. Nein, das tat er nicht, sondern überliess es weiterhin seinem Ersten, das Schiff zu befehligen. Na, dann also gute Nacht.
Doch, einen "Verbündeten" hatte ich ja; den Chiefenginer. der kam mit dem Alten ganz und gar nicht zurecht und noch weniger mit dem eigenmächtigen Kommando vom Ersten Decksofficer. Auch er schien unter den Zwiestigkeiten der Mannschaft zu leiden. Er war zusammen mit des zweiten und dritten Maschinenoffiziers und eben den Alten, die einzigen Holländer an Bord. Doch nicht einmal die Holländer kamen mit- und untereinander aus. Hier bestand ohne zweifel Konkurrenzdenken und seine Landsleute schienen es eher mit ihrem Kapitän zu haben.
Eines Abends, wir saßen wieder einmal in meiner Kajüte bei einer Flasche mexikanischen Tequilla zusammen, übergab er mir eine Pistole. Zu deiner Selbstverteidigung, sagte er freundlich aber entschieden. Außerdem gab er mir noch den guten Rat, die Kabinentür immer gut abgeschlossen zu halten und nie allein und vorallem nicht des Nachts auf Deck zu gehen.
Man kann ein Schiff ohne weiteres auch ein Gefängnis nennen, wenn man es so will. Wo kann man auch hin?
Nirgends, denn rundum ist Wasser soweit das Auge reicht, Tagelang, Wochenlang, Monatelang. Stimmt das harmonische Zusammenleben nicht an Bord, dann kann das leicht zur Hölle werden.
Nach fast eineinhalb Jahren auf diesem Schiff, brauchte ich im beschaulichen Schwarzwald eine seelische Rekonvaleszenz, um diesem Albtraum zu entfliehen.
Eines muss ich im nachhinein sagen, diese wilde Zeit war mir eine echte Reifezeit für das spätere Leben. Was ich in den Jahren an Bord von Schiffen, der Handels- und Bundesmarine gelernt habe, das war Menschenkenntnis. Obwohl die Kameradschaft auf Seeschiffen meist vorbildlich war, gab es doch auch die Spezies, von denen behauptet wurde:" Schwester gef...., Sohn zur See geschickt."
Fazit:
Ein leises Lächeln tut so gut!
Mein Gesicht zählt schon die Jahre,
doch ich fühl mich noch sauwohl,
und mein Leben gibt noch vieles,
bin mir selbst auch mein Idol.
Viele Fragen sind noch offen,
doch ich liebe jeden Tag,
und ich sag mir immer öfter,
dass ich mich auch selber mag.
Graue Haare kommen langsam,
doch die tun mir auch nicht weh
und am Morgen hör ich alles,
was mein Spiegel mir erzählt.
Manchmal denk ich, wär es besser,
mehr zu tun, um fit zu bleiben.
Gesünder Essen wär ein Thema,
doch dann lass ich`s wieder sein.
Denn nachzudenken über alles
macht nur müde und braucht Zeit,
denk ich oft doch mehr ans Leben,
und an Dinge, die mich freu`n.
Untermenü